Ahornblatt ist eine Werkstatt für floristisches Kunsthandwerk und wurde von mir im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Eine klare Formensprache verbunden mit hoher handwerklicher Qualität zeichnen die natur-floristischen Werkstücke aus.

 

Schon als Kind war ich ein Sammler. Holzstöckchen, Blumen, Steine, lauter schöne Schätze brachte ich von den Spaziergängen mit nach Hause. Ich liebte Blumen und Pflanzen, vor allem die Stiefmütterchen in Omas Garten, der weit großartigere Schätze zu bieten hatte, als diese kleinen Blumen.

Viele meiner Kindheitserinnerungen sind eng mit Pflanzen verbunden:

Die unbeschreibliche Freude beim Anblick von Zittergras, das meine Mutter uns Kindern bei einem Spaziergang in sengender Sonne zeigte. Kein Lüftchen wehte, aber das Gras zitterte!

Die erste Kardendistel, die ich bei einem Spaziergang sah!

Sie war so schön, dass ich sie mit nach Hause nehmen musste. Nur: Wie pflückt man eine Distel, wenn man kein Messer und keine Schere dabei hat?

 

Heute sammel ich bevorzugt Zweige und Äste.

Ihre Struktur fasziniert mich. Aus diesem Grund sind sie wohl zu meinem bevorzugten Arbeitsmaterial geworden. Ich verarbeite sie zu Kränzen, Kugeln, zu Grundlagen für Gestecke oder auch zu künstlerischen Objekten.

 

Man muss sich auf dieses Material einlassen, es betrachten und behutsam erkunden, wie man mit ihm umzugehen hat.

Birkenzweige sind keine Buchenzweige;

Holunderzweige keine Apfelbaumzweige!

Sie wollen unterschiedlich „behandelt“ werden, lassen es nicht zu, dass man sie „verbiegt“. Sie geben einem vor, wie man sie zu verarbeiten hat und was aus ihnen entstehen kann. Man muss auf sie „hören“, ihnen mit Respekt begegnen.

 

Es ist eine große Ehre, ein Privileg, für mich, etwas Schönes aus den Zweigen alter, gefällter Bäume herstellen zu dürfen. Ich darf durch meine Arbeit diese Bäume noch einmal würdigen und ihnen neues Leben einhauchen.

 

Ich liebe es mit einfachstem Ausgangsmaterial zu arbeiten, bevorzuge eine reduzierte Arbeitsweise mit einem Hauptmaterial und oftmals monochromer Farbgebung.

 

Das Ergebnis meiner Arbeit wird oft „einfach“ genannt –

ich nenne es, „nicht überladen“.

Ich empfinde diese Arbeitsweise als Herausforderung.

Durch die Reduktion auf das Wesentliche wird die Form, die Kompositition, die graphische Qualität der Arbeit hervorgehoben.

 

Die Werkstücke sprechen, gerade weil sie „einfach“ sind, für sich. ...

 

 

Meine Werkstücke können auf jahreszeitlichen Kunsthandwerkermärkten und Ausstellungen erworben werden. Nach telefonischer Absprache ist dies auch in meiner Werkstatt möglich.

            Brigitta Backhaus